Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“

Das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ wendet sich gegen die Pläne der Deutschen Bahn, einen neuen S-Bahn-Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer zu bauen, da dies temporäre Entfernung, Sperrung und eventuell Schädigung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas bedeuten würde.

In der Pressemitteilung vom 26. Juni 2020 heißt es: "Das Denkmal nahe dem Reichstagsgebäude ist ein sehr spätes Bekenntnis der Bundesrepublik Deutschland zur Verantwortung für den Massenmord an bis zu 500.000 Sinti und Roma in Europa, ein Ausdruck der Anerkennung des zugefügten Unrechts. Für die deutschen und für die europäischen Sinti und Roma ist dieser Ort der Trauer und des Gedenkens unantastbar, umso mehr, als unsere während des Zweiten Weltkrieges von Deutschen und ihren Helfern ermordeten Menschen kein Grab haben: Frauen, Männer und Kinder wurden, weil sie Sinti oder Roma waren, in Gruben erschossen und verscharrt oder in den Gaskammern erstickt und anschließend in Krematorien verbrannt. Ihre Asche wurde in der Umgebung verstreut. Für viele deutsche Sinti ist das Denkmal ein symbolisches Grabmal: mulno – ein unverletzlicher Ort, der dem Andenken und der Ehre unserer Toten gewidmet ist."

Im Namen des  breiten Aktionsbündniesse, dem sich mehrere Landesverbände und bundesweit tätige Einrichtungen der Sinti und Roma angeschlossen haben und das auch europaweit wachsende Unterstützung erhält, werden die Verantwortlichen aufgefordert, in den anstehenden Beratungen mit dem Deutschen Bundestag und der Deutschen Bahn eine Trassenführung zu finden, die das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in seiner Gesamtheit nicht antastet und unsere Trauer respektiert.

Das Aktionsbündnisses „Unser Denkmal ist unantastbar!“ wird von der RomnoKher gGmbH  sowie der Hildegard Lagrenne Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland koordiniert.