„Leave No One Behind“ – Zur Situation von Geflüchteten in Europa und was die Kommunen tun könnten

Ein Bericht aus Braunschweig:

Vom 2. bis 31. Juli 2020 stellte die SEEBRÜCKE Braunschweig Texte, Bilder, Audio und Videomaterial im Haus der Kulturen Braunschweig aus über die katastrophalen Lebens- und Unterbringungsbedingungen von Geflüchteten im Camp MORIA auf der griechischen Insel LESBOS.

Mit der gemeinsamen Aktion Bo(o)tschaften gegen das Vergessen im Rahmen des Projekts samo.faPlus Braunschweig wurde nicht nur informiert, sondern auch die Besucher*innen gebeten, ihre Meinungen, Wünsche und Erwartungen aufzuschreiben und als Botschaften an die Politik an eine Wäscheleine zu hängen. Ziel der Veranstaltung war, gegen das Vergessen an die Geflüchteten zu appellieren.

Mit dieser partizipativen Aufklärungsaktion wurden originale Exponate und Aufnahmen aus Camp MORIA ausgestellt. Camp MORIA ist das größte Sammellager der EU im Mittelmeerbereich. So war zu erfahren, dass in MORIA z.B. 250 Geflüchtete allen Alters sich eine Toilette teilen müssen. Beim Duschen sieht es nicht besser aus.

Welche Brutstätte für Krankheiten sich daraus entwickeln können oder wie es dort um den Schutz vor Corona bestellt ist, kann sich jeder leicht selbst ausmalen. Neben Bildern, Ton- und Videoaufzeichnungen waren Texte von wohlgemeinten Resolutionen nachzulesen, die die Politik zwar verabschiedet hatte, die aber offensichtlich ihre erwartete Wirkung nicht entfalteten.
Aus der einmonatigen Ausstellung, die gleichzeitig an sechs weiteren Orten in Braunschweig, darunter Begegnungszentren, Jugendtreffpunkte, Kirchen u.a., stattgefunden hatte, kamen ca. 300 Bo(o)tschaften zusammen. Diese Eingaben zeugen von Unterstützung für die Geflüchteten und richten ihre Erwartungshaltung an die Politik.

In Nachbesprechungen wurden die 30 aussagekräftigsten Bo(o)tschaften an die Politik ausgewählt, durch eine ehrenamtliche Helferin professionell gelayoutet, als Postkarten gedruckt. Unter dem Motto „Leave No One Behind” erhielten alle Ratsmitglieder „Post!“(-karten) von der partizipativen Aktion, die Bürger*innenmeinungen zur Thematik Flucht wiedergeben. Diese Postkarten sind nun zu sichten, weiterzuleiten und für mögliche lokale Aktionen für samo.fa Standorte und NeMO-Mitglieder zu verwenden.

Autor: Adama Logosu-Teko

Seit 2013 erhält unser Verband eine strukturelle Förderung durch das BMI  Gefördert durch das Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

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