Laufzeit zweite Förderperiode: 2026 - 2028
(Laufzeit der ersten Förderperiode: 2023 bis 2025)
Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Antirassismus gefördert
Mit der zweiten Förderphase von weact – community-basierte rassismuskritische Beratung wird ein Ansatz weitergeführt, der sich in der ersten Projektlaufzeit als wirksam, tragfähig und gesellschaftlich notwendig erwiesen hat. In den kommenden drei Jahren werden die Beratungsstellen ihre fachliche Qualität weiter ausbauen, ihre Verankerung in Communities und kommunalen Strukturen festigen und die Grundlage für eine überregionale Ausstrahlung des CbB (Community-basierte-Beratung)-Modells schaffen.
Die erste Förderphase hat gezeigt, dass community-basierte Anti-Rassismus-Beratung (CbB) einen wirksamen Beitrag zu einem diskriminierungsfreien und respektvollen Zusammenleben leisten kann. Beratungsstellen konnten erfolgreich aufgebaut werden, Ratsuchende wurden in großer Zahl erreicht, und die Grundprinzipien - Community-Anbindung, Mehrsprachigkeit, niedrigschwelliger Zugang und professionelle Fallarbeit - haben sich in der Praxis bewährt.
Die geplante zweite Förderphase setzt genau hier an: Sie zielt darauf ab, den CbB-Ansatz systematisch weiterzuentwickeln, seine Qualität zu sichern, seine Einbettung in Communities und kommunale Netzwerke zu vertiefen und die Grundlage für eine nachhaltige Fortführung und Übertragbarkeit zu schaffen.
Am Ende der Projektlaufzeit liegt ein ausgereiftes, professionalisiertes und gut vernetztes Beratungsangebot vor, das Ratsuchenden verlässliche Unterstützung bietet und zugleich fester Bestandteil lokaler Antirassismus-Infrastrukturen geworden ist. Die Beratenden verfügen über stabile Routinen, klar definierte Qualitätsstandards und effiziente Abläufe. In den beteiligten Kommunen sind tragfähige Kooperationen, verbindliche Verweisungsstrukturen und langfristige Partnerschaften entstanden, die den CbB-Ansatz strukturell absichern.
Damit wird nach drei Jahren nicht nur die Beratung selbst gestärkt, sondern auch ein nachhaltiger und übertragbarer Strukturansatz geschaffen, der diskriminierungserfahrenen Menschen dauerhaft besseren Zugang zu Schutz, Orientierung und Unterstützung ermöglicht. Das Projekt trägt somit zur Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe, zum Aufbau vertrauensvoller kommunaler Netzwerke und zu einem respektvollen und diskriminierungsfreien Zusammenleben bei.
Projektziele:
Zentrales Ziel des Projekts ist die praxisorientierte Ausreifung von community-basierter und lokal verankerter Beratung (CbB). Das gelingt durch:
Erhöhung der Wirksamkeit und Professionalität der Beratung
Die Beratungsstellen routinisieren und professionalisieren ihre Fallarbeit weiter, um Ratsuchende wirksam unterstützen zu können und gleichzeitig steigenden Anfragen begegnen zu können. Dazu gehören u. a. die Sicherung der Kompetenzentwicklung, einheitliche Qualitätsstandards, gut abgestimmte Dokumentationsprozesse und eine nachhaltige Organisation der Beratungsabläufe.
Einbettung der Community-basierten Beratungsstellen in lokale Netzwerke und Übernehmen einer aktiven Rolle in der kommunalen Antirassismus-Infrastruktur
Die erste Förderphase hat gezeigt, dass Community-Vertrauen und kommunale Kooperation entscheidend sind, jedoch bislang nur punktuell erreicht wurden. In der nächsten Phase werden die Beziehungen zu Community-Akteuren vertieft, verbindliche Kooperationen aufgebaut und funktionierende Verweisungsnetzwerke etabliert, die komplexe Fälle auffangen.
Der CbB-Ansatz gewinnt über die Projektstandorte hinaus an Anerkennung als wirkungsvolles Modell für Antirassismus-Beratung
Damit CbB über die bisherigen Standorte hinaus wirken und nach Projektende fortgeführt werden kann, werden die kommunalen Partner frühzeitig in Fragen der Weiterführung eingebunden. Ebenso wird eine professionelle Marken- und Kommunikationsstrategie umgesetzt, die die Qualität des Ansatzes sichtbar macht und Interesse in anderen Kommunen weckt.
Eine qualitativ starke Beratung schafft Vertrauen in den Communities. Eine gute kommunale Einbettung erhöht die fachliche Wirksamkeit, insbesondere bei komplexen Fällen. Und nur wenn diese beiden Grundlagen stabil sind, kann der Ansatz lokal fortgeführt und in weitere Kommunen übertragen werden. Die Ausreifung des CbB-Modells ergibt sich daher aus dem Zusammenspiel aller Projektziele.
Das Projekt weact – community-basierte rassismuskritische Beratung wird gemeinsam mit starken lokal verankerten Partnerorganisationen umgesetzt. Diese Partner repräsentieren zentrale Migrant*innenorganisationen und Community-Strukturen in ihren Städten oder Regionen und tragen wesentlich zur Vertrauensbildung, zur Erreichbarkeit der Ratsuchenden sowie zur Verankerung der Beratungsangebote im Sozialraum bei. Ihre Expertise, ihre Netzwerke und ihre lokale Verankerung bilden eine zentrale Säule der Projektumsetzung.
Die folgenden Organisationen sind Kooperationspartner:
• Augsburg: Zusammenschluss Augsburger Migranten(selbst)organisationen (ZAM) e. V.
• Bielefeld: Bielefelder Netzwerk der Migrantenorganisationen (BiNeMO) e. V.
• Bochum: IFAK Verein für interkulturelle Kinder- und Jugendhilfe - Migrationsarbeit e. V.
• Hannover: Prisma Queer Migrants e. V.
• Hannover: MISO-Netzwerk Hannover e. V. (in Neugründung)
• Köln: Kölner Verbund der Migrantenorganisationen (KVMO) e. V.
• Lübeck: Interkulturelle Begegnungsstätte e. V. – Haus der Kulturen
• Mannheim: Hildegard Lagrenne Stiftung e. V.
• Münster: Netzwerke von Migranten-Initiativen und Selbsthilfeorganisationen (NeMIS) e. V.
• Neumünster: Sinti Union Schleswig-Holstein e. V.
• Nürnberg: Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (AGABY) e. V.
• Völklingen/Saarbrücken: Haus Afrika e. V.
Ansprechpartner*innen:
Marwa Al-Radwany, Co-Projektleitung |+49 30 680 863 13 | m.al-radwany[at]bv-nemo.de
Dr. Pegah Byroum-Wand, Co-Projektleitung | +49 30 680 863 13 | p.byroum-wand[at]bv-nemo.de
Rosa Abu Dabash, Referentin für Bildungsmaßnahmen | +49 30 680 863 13 | r.dabash[at]bv-nemo.de
Berfin Ersoy, Finanzen | +49 231 28678-164 | b.ersoy[at]bv-nemo.de
Iuliia Iuminova, Finanzen | +49 231 28678-164 | i.iuminova[at]bv-nemo.de
Moritz Makulla, Referent für Öffentlichkeitsarbeit | +49 231 28678-754 | mh.makulla[at]bv-nemo.de
Maximilian Host, Referent für Öffentlichkeitsarbeit (in Elternzeit) |+49 30 680 863 13 | m.host[at]bv-nemo.de