Aus "10 Punkte für 100 Tage"

3. Umweltgerechtigkeit und Globale Solidarität

Klimaschutz und Umweltfragen haben sich mit Recht und viel zu spät ganz oben auf die politische Agenda geschoben. Dabei dürfen Aspekte der sozialen Lage und ihrer Entwicklung nicht außer Acht gelassen werden. Menschen in Risikolagen, zu denen vielfach auch solche mit Einwanderungs- und Fluchtgeschichte gehören, sind und werden auch hier vom Klimawandel erheblich betroffen, weil sie seinen Folgen nicht ausweichen können. Umweltgerechtigkeit darf beim Klimaschutz nicht auf der Strecke bleiben.
Dies gilt noch stärker für die Auswirkungen des Klimawandels im Globalen Süden. Hunger und Armut sind schon jetzt die Folgen. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen rechnen damit, dass es bis 2050 über 140 Millionen Klimaflüchtlinge geben könnte, wobei es am härtesten jene trifft, die nicht die Mittel zur Flucht haben. Die Lage vieler Menschen des Globalen Südens hat sich mit und durch Corona-Krise ohnehin weiter dramatisch
verschlechtert. Die Pandemie stellt für diese Länder eine gigantische Herausforderung dar, da die Gesundheitssysteme in vielen Ländern in schlechtem Zustand sind und sich in vielen Ländern Menschen auf der Flucht befinden. Überschuldungen halten diese Länder in Abhängigkeit und begrenzen ihre Spielräume drastisch. Beide Krisen überlagern sich, verstärkt und verschärft durch kriegerische Auseinandersetzungen. Wir sagen: Die globale Krise fordert globale Lösungen. Die deutsche und europäische Politik im Globalen Süden muss radikal umgebaut werden.

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